Begriffe kurz erklärt

RPO und RTO: einfach erklärt

RPO und RTO sind zwei Kennzahlen für die Notfallplanung in der IT. Das Recovery Point Objective (RPO) legt fest, wie viel Datenverlust ein Unternehmen höchstens hinnehmen kann, gemessen als Zeitspanne vor dem Ausfall. Das Recovery Time Objective (RTO) legt fest, wie lange ein System nach einem Ausfall höchstens stillstehen darf, bis es wieder nutzbar ist.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein Unternehmen sichert seine Warenwirtschaft jede Nacht um 22 Uhr. Fällt der Server am nächsten Tag um 17 Uhr aus, sind alle Buchungen seit der letzten Sicherung verloren. Das RPO dieser Lösung liegt also bei bis zu 24 Stunden. Wer höchstens eine Stunde Datenverlust akzeptieren will, braucht stündliche Sicherungen oder eine laufende Replikation, also eine fortlaufende Kopie der Daten auf ein zweites System.

Das RTO umfasst die gesamte Zeit bis zum Wiederanlauf: Ersatzhardware bereitstellen, Daten zurückspielen, Anwendungen starten und prüfen. Bei großen Datenmengen kann allein das Zurückspielen viele Stunden dauern.

Worauf es in der Praxis ankommt

RPO und RTO sind eine geschäftliche Entscheidung. Die Geschäftsleitung sollte sie gemeinsam mit den Fachabteilungen festlegen, und zwar je System: Für die Produktionssteuerung gelten meist strengere Werte als für ein Archiv. Je kürzer die Werte, desto aufwendiger und teurer wird die Technik dahinter.

Ob die Werte im Ernstfall erreicht werden, zeigt nur ein Wiederherstellungstest. Erst dabei wird sichtbar, wie lange das Zurückspielen tatsächlich dauert und ob alle Abhängigkeiten bedacht sind.

Mehr dazu: Backup und Notfallwiederherstellung

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen RPO und RTO?

Das RPO blickt zurück: Wie viele Daten dürfen höchstens verloren gehen? Das RTO blickt nach vorn: Wie schnell muss das System wieder laufen?

Ist ein RPO von null möglich?

Annähernd, etwa durch eine synchrone Spiegelung der Daten auf ein zweites System. Eine Spiegelung überträgt aber auch versehentliche Löschungen oder verschlüsselte Dateien nach einem Ransomware-Angriff, deshalb ersetzt sie keine getrennten Sicherungen.

Wie sieht das bei Ihnen aus?

Wie das bei Ihnen aussieht, klären wir am besten im Gespräch. Wir sagen Ihnen, was davon für Ihren Betrieb wichtig ist.